30 Jahre KLJB Mastbruch

Am 7. Oktober 2015 wurde anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der KLJB Mastbruch ein Interview mit „Zeitzeugen“ aus verschiedenen Phasen der KLJB Mastbruch geführt. Nachfolgender Beitrag greift die zentralen Aspekte dieses Gesprächs auf. Neben diesen Inhalten stellt die Dokumentation der ersten Schritte der KLJB Mastbruch durch Hans-Walter Vonde, Gründer der KLJB Mastbruch, eine wichtige Basis für diesen Beitrag dar, sodass auf originale Dokumente aus der Entstehungszeit der KLJB Mastbruch zurückgegriffen werden kann.

 

Die Teilnehmer am Gespräch

Joachim Kleine

Thomas Welslau

Hans-Walter Vonde

Marius Krüger

Thomas Kemper

hat sich jahrelang als Leiter in der KLJB Mastbruch engagiert und war darüber hinaus auf Dekanatsebene tätig.

ist von 2004 bis 2006 als Kind mit ins Zeltlager gefahren. Seit 2008 ist er Leiter und seit 2009 kleidet er im Wechsel das Amt des ersten oder zweiten Vorsitzenden ein.

ist 1984 nach Mastbruch gezogen und hat als Diözesan-Referent gearbeitet. Er gründete 1985 die KLJB Mastbruch.

ist früher als Kind mit ins Zeltlager gefahren. Seit 2008 engagiert er sich als Leiter in der KLJB Mastbruch und arbeitet seit 2010 abwechselnd mit Thomas Welslau als erster oder zweiter Vorsitzender.

war in seiner aktiven Zeit als Leiter zweimal Vorsitzender der KLJB Mastbruch und hat auf Dekanats- und Bundesebene mehrere Jahre gearbeitet.

 

Warum wurde die KLJB Mastbruch gegründet?

1984 ist Familie Vonde nach Mastbruch gezogen. Hans-Walter Vonde hatte in seiner Funktion als Diözesan-Referent neben seinen Umzugskartons auch eine ganze Menge Erfahrung in der Jugendarbeit mit im Gepäck. Er folgte damals einer Einladung von Pfarrer Wolfgang Schmidt und einzelner Mitglieder der Gemeinde wie, die zu einem Treffen einluden, um die Jugendarbeit in der Gemeinde in Mastbruch anzugehen. Aus einer Unzufriedenheit mit der derzeitigen Situation in der Gemeinde ist der Wunsch nach einer organisierten Form der Jugendarbeit entstanden. Während in Bezug auf die kirchliche Jugendarbeit viel Frust und Enttäuschung vorherrschte, weil Mitarbeiter nie längerfristig arbeiteten und es so nie zu einem kontinuierlichen offenen Treff für Jugendliche in Mastbruch kam, war besonders die Situation für junge Mädchen prekär, die aufgrund ihres Geschlechts von den Messdienern ausgeschlossen wurden und ihnen somit in der Kirche kein Angebot gemacht wurde. Aus dieser Gegebenheit heraus fand eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Jugendverbänden statt, um sich mit Hilfe eines Verbandes zu organisieren; die Wahl fiel auf die Katholische Landjugend Bewegung.

Dreh- und Angelpunkt der KLJB Mastbruch stellt heute wie damals das jährliche Zeltlager dar.

 

Worte, die die KLJB Mastbruch am besten beschreiben

„Beschreibe die KLJB Mastbruch mit einem Wort“ – eine Aufgabe, die nicht ohne weiteres zu lösen ist, welche eine differenziertere Betrachtung der Gegebenheit und der sozialen Entwicklungen erfordert. Hans-Walter Vonde beschreibt die KLJB Mastbruch prompt mit politisch. „Wir wollten Gemeinde mitgestalten – wir erlebten sozusagen die 68er Jahre für Mastbruch.“ Aber vor allem sei KLJB Mastbruch immer Jugendarbeit pur gewesen; eine einzigartige Möglichkeit Gemeinschaft zu erleben. Diese Möglichkeit spiegelt sich nicht zuletzt in dem Motto zum 15-jährigen Jubiläum, welches „Inteam“ hieß. Nach wie vor politischer gestaltete sich die Arbeit auf Dekanats- und Bundesebene, welche anders als die KLJB Mastbruch ihre Lobby-Arbeit auch gerade in dem „L“ wie „Land“ in KLJB sieht – nämlich einer Lobbyarbeit im Agrarbereich. Demgegenüber drehte sich die Arbeit in Mastbruch schon immer verhältnismäßig weniger um das „L“.

Zu einer der ersten Aktionen der KLJB Mastbruch außerhalb des Zeltlager zählte die Aufführung des Theaterstücks „Romero“ – die KLJB Mastbruch setzte sich mit der Theologie der Befreiung auseinander, wagte den Blick über den Tellerrand. Dieser politische Ansatz ist ein Grundbaustein, der immer geblieben ist. Noch heute wirft die KLJB Mastbruch einen Blick über den Tellerrand, wenn sie sich für die Aktion Minibrot einsetzt.

Die Arbeit in der KLJB ist stets im Fluss, sodass sich im Laufe der Jahre die Arbeit mit einer klaren Zielformulierung in Form eines Bildungsanspruchs verschoben hat in Richtung gemeinschaftlicher Aspekte im Sinne einer Entwicklung zu Spiel und Spaß. Laut Thomas Kemper lässt sich diese Bewegung auch auf Diözesanebene beobachten. Doch diese Verschiebung heißt nicht, dass die KLJB weniger politisch ist oder ihren Bildungsauftrag weniger wahrnimmt, vielmehr nimmt sie diese anders wahr. In den letzten 30 Jahren hat sich Kindheit und Jugend stark gewandelt – heute ist ein zentraler Aspekt der Jugendarbeit die Aufrechterhaltung alter Werte. In einem Zeltlager, in dem es keinen Strom gibt, gilt es entgegen des heutigen Medienkonsums sich anders zu beschäftigen, Gemeinschaft zu erleben, sich selbst und seine Fähigkeiten kennenzulernen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. Nicht wenige Kinder wissen beim gemeinsamen Kochen im Zeltlager nicht, wie man eine Paprika schneidet. Aber während sich die Werte geändert haben, hat sich auch die Zielgruppe geändert. Während andernorts die Zielgruppe vor allem im ländlichen Raum und somit in Jugendlichen aus landwirtschaftlichen Verhältnissen zu finden ist, war und ist Mastbruchs Klientel stets eine andere gewesen. Hier geht es darum ein Selbstverständnis im ländlichen Raum zu entwickeln, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen, Fähigkeiten zu entdecken, Beziehungen entstehen zu lassen und zu schauen „was gibt es außerhalb meiner Person?“ – wie nehme ich meine direkte Umgebung wahr, aber auch welche Position möchte ich in einer globalen Welt als mündiger Weltbürger einnehmen. „Wo kann ich mitreden? Wo kann ich Politik machen?“ Während in den 80er Jahren politische Fragen beispielsweise auf Atomkraft abzielten und aus einer politischen Haltung heraus gestellt wurden, versteht sich die politische Haltung auf Diözesanebene heute oftmals anders, wenn der Verband gezielt Impulse und Angebote für die Arbeit in der eigenen Ortsgruppe gibt. Aus dieser Tatsache sei aber nicht abzuleiten, dass sich die Arbeit der KLJB heute als weniger politisch versteht, vielmehr haben sich auch die Aufgaben verändert. Joachim Kleine führt dafür an, dass Jugendarbeit heutzutage vermutlich schwieriger ist als zu seiner Zeit. Jugendliche sind schwerer zu begeistern, Ideen zünden nicht leichtfällig. Daher beschreibt er die betriebene Form der Arbeit, nämlich Kinder und Jugendliche ebenda aufzusuchen, wo sie gerade stehen, als den richtigen Ansatz.

 

30 Jahre – nicht jeder Jugendverband wird so alt. Was ist das Erfolgsrezept der KLJB Mastbruch?

Was macht die Arbeit der KLJB Mastbruch erfolgreich, sodass wir auf 30 Jahre zurückblicken dürfen? Marius Krüger, aktuelles Vorstandsmitglied, sieht den Erfolg besonders darin, dass die Leiterrunde einer jeden Zeit immer zugleich auch ein enger Freundeskreis war. Hier stellt sich die Frage: wer war erst da – das Huhn oder das Ei? Gab es die Freundschaft schon vor der KLJB Mastbruch oder ist auch sie die Frucht der Jugendarbeit der KLJB? Ungeachtet der Antwort zeichnet sich die Leiterrunde immer durch einen hohen Zusammenhalt aus. Schon bei der „Aufzucht“ der nächsten Leitergeneration wird darauf geachtet, dass auch sie eine Gemeinschaft sind. „Inteam“ – also das Geheimrezept der KLJB Mastbruch? Ja, denn Gemeinschaft stellt einen wichtigen Baustein dar. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das Zeltlager, hier entstehen Freundeskreise. Insbesondere das Zeltlager stellt eine hohe Identifikation mit der KLJB Mastbruch dar. Alle Generationen konnten sich auf gemeinsame Grundsätze einigen, sodass wir noch heute Elemente im Zeltlager finden, die vor 30 Jahren Einzug in die KLJB Mastbruch nahmen, wie zum Beispiel das Bauen des Tassenbaums oder der Hajk der älteren Kinder. Aus dieser Art, Zeltlager zu zelebrieren, wachsen neue Generationen heran. Neben diesen offensichtlichen Traditionen gibt es aber auch Strukturen, an die von jeher festgehalten wird. Die KLJB Mastbruch ist basisdemokratisch. Sie unterscheidet sich in ihrer Organisationsform von vielen anderen Jugendverbänden. Während andere Vereine in letzter Instanz doch von deutlich älteren Erwachsenen geleitet und bestimmt werden, herrscht unter den 16- bis 24-jährigen Leitern der KLJB Mastbruch der Grundsatz: „Jeder hat einen Eigenwert, aber keinen Mehrwert.“ Dieser Ansatz schafft Raum für Entwicklung, Wachstum und kreativitätsfördernde Räume. Immer wieder erfahren Jugendliche und junge Erwachsene das Zutrauen und den Zuspruch sich auszuprobieren. In diesem Ansatz ist die KLJB also hoch politisch, denn „Demokratie geht jeden an“. Möchte man es an einem Beispiel festmachen, so lässt sich folgende Anekdote aus einem Zeltlager erzählen: Aus einem benachbarten Lager kommt ein Leiter des anderen Jugendverbandes ins Küchenzelt und möchte die Lagerleitung sprechen. Auf diese Frage reagieren mehrere Leiter der KLJB mit folgender Antwort: „Du möchtest wohl mich sprechen.“ Jeder und zugleich kein Leiter der KLJB Mastbruch fühlt sich bei so einer Frage angesprochen, denn so etwas wie eine Lagerleitung kennt die KLJB Mastbruch nicht. Es gibt durchaus Tagesleitungen, aber jeder Leiter – egal ob neu dabei, oder mit seinen nur 24 Jahren schon alter Hase – leitet einen eigenen Tag im Zeltlager und ist daher Ansprechpartner in fast allen Belangen.

Selbstverständlich gibt es verschiedene Ämter in der KLJB Mastbruch, wie ein erster und zweiter Vorstand, aber wider des Vereinsrechts haben Vorsitzende kein besonderes Vorrecht, dieses wurde von der KLJB Mastbruch noch nie gelebt. Der Vorstand hat die Verantwortung(sinitiative) inne, aber kein alleiniges Entscheidungsrecht. Durch diese Form ist die KLJB die KLJB eines jeden, das Zeltlager ist das Zeltlager eines jeden, denn er hat es mitgelenkt; dieser Gedanke ist ein altes Relikt aus den Anfängen der KLJB Mastbruch.

Dennoch dürfen wir auch nicht die Augen davor verschließen, dass auch die KLJB Mastbruch mit veränderten Strukturen innerhalb der Gesellschaft zu kämpfen hat. In Zeiten von G8 und der Ganztagsschule gestaltet es sich immer schwieriger Gruppenstunden durchzuführen; dieses gilt sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Leiter. Und dennoch wird Ehrenamt hier groß geschrieben: der Großteil der Leiter speist sich aus Auszubildenden und Studenten und zeugt davon, dass das Ehrenamt nicht ausgestorben ist, sondern gelebt wird.

 

Für welche Werte steht die KLJB Mastbruch?

„Gute Jugendarbeit, Vermittlung von Werten, Vertrauen.“

Vor allem sind es die gelebten Werte: die Selbstorganisation, Freiräume schaffen und Gemeinschaften leben. Insbesondere die Gleichheit innerhalb eines Leitungsteams ist kennzeichnend für die Arbeit in Mastbruch. Aber nicht nur die Gleichheit unter den Leitern, sondern auch die der Grummis (Gruppenmitglieder): Kinder erleben selten, dass alle gleich sind ungeachtet der Anforderungen ihrer eigenen Peers.

 

Katholische Landjugend Bewegung: wo werden die Aspekte „katholisch“, „Land“, „Jugend“ und „Bewegung“ in der KLJB Mastbruch realisiert?

„K“ wie katholisch. Scheinbar, wie generell in der heutigen Gesellschaft zu beobachten ist, war dieses „K“ früher bedeutsamer. Dennoch hält die KLJB Mastbruch – auch trotz Gegenwind aus verschiedenen Richtungen außerhalb der Arbeit der KLJB –an festen Traditionen wie dem Gottesdienst zu Erntedank mit der Aktion Minibrot und der Christmette zu Weihnachten fest. Die KLJB ist es gewohnt sich auch in dieser Hinsicht in manchen Situationen selbst zu organisieren, wenn z.B. selbstständig Pastore für die Christmitte angefragt werden mussten, weil eigentlich keiner zur Verfügung steht und von anderer Stelle entschieden wurde, die stets erfolgreiche Christmette abzuschaffen. Hier zeigt sich das besondere Selbstverständnis: Wir können das auch selbst. Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass auch hier ein Wandel stattfindet und es schwerer wird an Traditionen und bestimmten Werten festzuhalten. Doch obwohl Kirche für manche zunehmend unattraktiver wird, ist es gerade dann bemerkenswert, dass trotz der eindeutigen Zugehörigkeit zur katholischen Kirche sich die KLJB neuer, teilweise auch eher kirchenferner Mitglieder erfreuen darf. KLJB ist vielleicht eher als christlich als unbedingt katholisch zu verstehen. In Zeiten, in denen der Stellenwert von Kirche und gelebter Gemeinde bei der heutigen Jugend nicht mehr so hoch ist, muss man sich die Frage stellen: wie lange kann auch KLJB noch das „K“ leben? Diese Frage stellt sich nicht nur die KLJB auf verschiedenen Ebenen, sondern fast alle katholischen Verbände mit einem offenen, einladenden Charakter, die sich an einen Großteil der Bevölkerung richten. Dabei ist die Entfremdung von Kirche eher als innerkirchliches Problem zu bezeichnen, dessen Entwicklung sich in den nächsten Jahren zeigen wird. Obwohl einige Stimmen vor acht Jahren der KLJB Mastbruch bereits den baldigen Niedergang vorausgesagt haben, ist sie heute 30 Jahre alt – fast zehn Jahre später – und darf mehr Mitglieder denn je zählen. Aber der Erfolg spricht dafür, dass es sich lohnt, immer wieder in neue Leute Vertrauen zu setzen, die bestimmte Werte und „Basics“ zu ihren Themen in der katholischen Landjugendarbeit machen. Thomas Kemper schildert, dass es in seiner Wahrnehmung die aktuelle Generation geschafft hat, dass die KLJB wieder mehr in die Mitte der Gemeinde gerückt ist. Die Landjugend wird in der Gemeinde als „der“ Verband für die Jugendarbeit anerkannt – darauf darf man zurecht stolz sein. Die KLJB war stets bemüht sich selbst treu zu bleiben und sich zugleich der aktuellen Zeit anzupassen. Die KLJB ist stets in Bewegung geblieben und hat sich stets Gedanken um ihre Zielgruppe und die Erreichung dieser gemacht.

Schauen wir uns den Aspekt Land an, so hat sich Mastbruch nie als Land verstanden, wie sich Gründer Hans-Walter Vonde erinnert. Während Benhausen die KLJB Mastbruch immer als Städter verschrien hat, ist Mastbruchs größter Teil dennoch Land und hat durchaus einen dörflichen und ländlichen Charakter. Sieht man es in Relation zu anderen Verbänden, wie beispielsweise Köln, kann von Stadt keine Rede mehr sein, wenn man andernorts die verschiedenen Ortsgruppen mit der Straßenbahn erreichen kann. Das „L“ in KLJB hat etwas mit Identifikation zu tun. „Alles, was nicht Stadt ist, ist Land.“ Wenn ich mich also damit identifizieren kann, dann bin ich es auch, denn ich will dabei sein.

Jugend: wenn die KLJB Mastbruch etwas ist, dann ist sie jugendlich. Sie richtet sich nicht nur an Jugendliche, sondern auch die durchführenden Akteure sind in einem Alter von 16 bis 24 Jahren und damit meilenweit davon entfernt „alt“ zu sein.

Nicht nur im Zeltlager und in den Gruppenstunden spielt der Aspekt „Bewegung“ eine wichtige Rolle. Vielmehr geht es auch darum, aktiv zu sein und etwas zu bewegen. Die KLJB Mastbruch war und ist immer beweglich im Denken geblieben: das eigene Handeln wird hinterfragt, neue Ideen werden gesammelt und umgesetzt.

 

Was bedeutet die KLJB Mastbruch für jeden Einzelnen rückblickend und heute?

Viele hat die Gemeinschaft der KLJB Mastbruch nachhaltig geprägt. Den einen hat es dazu veranlasst nach einem naturwissenschaftlichen Studium doch Lehrer zu werden, für einen anderen war es der Weg, in die Gemeinde zu kommen. Gemeinsame Erlebnisse verbinden: sie ist der Ort, wo man seinen Freundeskreis hatte, Gelegenheit seinen Charakter und seine Fähigkeiten zu spüren. Jeder setzt sich mit der Frage auseinander, was das eigene Engagement hier bedeutet. Thomas Kemper darf nach 28 Jahren Arbeit auf den verschiedenen Verbandsebenen sagen: „Sie ist ein riesiger Teil meines Lebens“. Obwohl er nicht mehr dabei ist, möchte er emotional eine Stütze sein. Auch wenn die Arbeit in der KLJB nicht zwangsläufig in einen Beruf im sozialen Bereich führen muss, so kann sie Ausgleich sein – „Ausgleich zum normalen Wahnsinn.“

 

Die Zukunft der KLJB Mastbruch: Wir schreiben das Jahr 2035 – die KLJB Mastbruch feiert ihren sage und schreibe 50. Geburtstag. Auf was dürfen wir in unserer Festtagsrede zurückblicken?

Wir blicken auf 50 Jahre Zeltlager ohne elektronische Medien zurück und fragen uns, warum das Durchschnittsalter inzwischen bei 40 Jahren liegt. Thomas Kemper vermutet, dass die erstaunliche Altersstruktur des eimstigen Jugendverbandes darauf beruht, dass die Ehemaligen sich nicht trennen können. Weiterhin ist die KLJB Mastbruch „der“ identitätsstiftende Verband für Kinder und Jugendliche in der Stadt Paderborn. Just vor dem 50. Jubiläum hat die Mitgliederzahl übrigens die 500 erreicht. Hans-Walter Vonde hat dem die Worte eines ehemaligen Leiters der Anfangszeit hinzuzufügen: „Ich habe Gleichgesinnte gesucht und habe verschiedene Charaktere und Fähigkeiten gefunden.“

 

Gute Wünsche für KLJB Mastbruch auf ihrem weiteren Weg

Wenn etwas bleibt, dann ist es das Zeltlager – darüber herrscht ein einheitlicher Konsens in der Runde. Das Zeltlager ist Dreh- und Angelpunkt des KLJB-Jahres, es ist das Osterfest im christlichen Kalender. Es ist die Belohnung für die Leiter, denn „dafür sind wir hier“. Die Aktionen und Gruppenstunden übers Jahr dienen vor allem dazu, auf das kommende Zeltlager heiß zu machen und die lange Wartezeit für alle zu verkürzen. Das Zeltlager ist mit dem Rumpf eines Schiffes zu vergleichen, nur durch diesen kann es schwimmen. Es wird mit Sicherheit schwierige Zeiten geben, das Aussehen des Schiffes wandelt sich, aber „solange es das Zeltlager gibt, ist der Rumpf da.“ Manchmal wird das Zeltlager das Rettungsboot sein, mal der Minimalkonsens, auf den sich alle einigen können. Thomas Welslau wünscht der KLJB ist in jeglicher Hinsicht Selbstständigkeit.

Thomas Kemper wünscht Freude und entscheidet sich bewusst gegen den Begriff Spaß, denn Freude kommt von Innen und geht ins Herz. Er wünscht Freude an Jugendarbeit, Freude mit Kindern, an der Verbandsarbeit, an der Gemeinschaft. Und immer wieder Dinge, bei denen Leute das Gefühl haben: „Der Einsatz lohnt sich.“

Darüber hinaus sind einem Verband wie der KLJB Menschen zu wünschen, die eben all dieses Engagement sehen, die dieses wertschätzen.

Und der Gründer? „Immer genug Raum für Entwicklung des Einzelnen und des Verbands. Leute die (Spiel-) Raum ermöglichen und dafür kämpfen.“

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Ein Herzliches Dankeschön an unsere Autorin und Interview-Initiatorin, Julia Rensing.

 


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